E-Rechnungspflicht in Deutschland: was sie für Unternehmen bedeutet, die mit Stripe abrechnen
Von evoicely · Zuletzt geprüft am 20. Oktober 2026
Wenn Ihr Unternehmen in Deutschland ansässig ist und an andere deutsche Unternehmen fakturiert, müssen Sie seit dem 1. Januar 2025 E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen müssen Sie sie ab dem 1. Januar 2027, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr über 800.000 € lag, andernfalls ab dem 1. Januar 2028. Die PDF-Rechnungen von Stripe gelten nicht als E-Rechnungen. Wer mit Stripe abrechnet, braucht also einen zusätzlichen Schritt.
Zeitplan
| Seit 1. 1. 2025 | Alle in Deutschland ansässigen Unternehmen müssen E-Rechnungen empfangen können. Laut Bundesfinanzministerium (BMF) genügt dafür ein E-Mail-Postfach. |
| 2025–2026 | Übergangsregelung. Sie dürfen weiterhin Papierrechnungen versenden oder, wenn der Rechnungsempfänger zustimmt, sonstige elektronische Rechnungen wie ein PDF per E-Mail. |
| 1. 1. 2027 | Die Ausstellung von E-Rechnungen wird Pflicht, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr über 800.000 € lag. |
| 1. 1. 2028 | Die Übergangsregelung endet für alle übrigen Unternehmen. Inländische B2B-Rechnungen müssen dann E-Rechnungen sein. |
Quelle: FAQ des BMF zur E-Rechnung sowie die BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024, 2025 und 2026. Das BMF weist darauf hin, dass seine FAQ nicht rechtsverbindlich sind.
Für wen die Pflicht gilt
- Erfasst: Rechnungen zwischen Unternehmen, die beide in Deutschland ansässig sind (inländisches B2B).
- Nicht erfasst:
- Rechnungen an Verbraucher;
- Rechnungen an Kunden außerhalb Deutschlands;
- Rechnungen von Verkäufern, die nicht in Deutschland ansässig sind.
- Ausnahmen:
- Kleinbetragsrechnungen bis 250 € brutto;
- Fahrausweise, die als Rechnung gelten;
- Kleinunternehmer nach § 19 UStG. Sie müssen E-Rechnungen aber trotzdem empfangen können.
Welche Formate zählen
Eine E-Rechnung muss aus strukturierten Daten bestehen, die der europäischen Norm EN 16931 entsprechen. In der Praxis heißt das: eines von zwei Formaten.
- XRechnung: reines XML in UBL- oder CII-Syntax. Sie ist der Standard für Rechnungen an deutsche Behörden, die oft eine Leitweg-ID als Routing-Nummer verlangen.
- ZUGFeRD 2.x (ab Version 2.0.1): ein für Menschen lesbares PDF/A-3 mit eingebettetem XML. Die Profile MINIMUM und BASIC WL genügen nicht, weil sie nicht alle Pflichtangaben einer Rechnung als strukturierte Daten enthalten. EN 16931 (auch COMFORT genannt) ist die sichere Wahl. Weichen PDF und XML voneinander ab, ist das XML die Rechnung.
Andere Formate sind zulässig, wenn beide Seiten zustimmen und sich die Daten korrekt und EN-16931-konform extrahieren lassen. Für ein kleines SaaS-Unternehmen sind die beiden Formate oben die praktische Wahl.
Was das bedeutet, wenn Sie mit Stripe abrechnen
Stripe Invoicing erzeugt Rechnungsdatensätze und PDFs, aber selbst keine XRechnung- oder ZUGFeRD-Dateien (Stripe-Dokumentation). Für jede Rechnung und Gutschrift an einen deutschen Geschäftskunden müssen Sie deshalb:
- Sicherstellen, dass die Rechnungsdaten vollständig sind:
- Ihre USt-IdNr. und Anschrift;
- die Anschrift des Rechnungsempfängers und gegebenenfalls seine USt-IdNr. (Stripe-Customer
tax_ids); - den Leistungszeitraum;
- die Rechnungspositionen mit Steuersätzen.
- Das XML (oder das ZUGFeRD-PDF) aus der Stripe-Rechnung erzeugen. Rabatte, Steuerbeträge und Rundungen aus Stripe müssen nach den Geschäftsregeln der EN 16931 aufgehen.
- Die Datei vor dem Versand prüfen, am besten mit dem offiziellen KoSIT-Validator und dem XRechnung-Regelwerk.
- Sie zustellen. Für B2B in Deutschland genügt E-Mail; ein spezielles Netzwerk ist nicht vorgeschrieben. Öffentliche Auftraggeber nutzen ihre eigenen Portale.
- Sie archivieren. Das XML ist die Originalrechnung, und es gelten die deutschen Aufbewahrungspflichten.
Dafür gibt es eine App aus dem Stripe Marketplace, eine E-Rechnungs-API, die an Stripe-Webhooks angebunden ist, oder eigenen Code.
Wenn Sie es selbst bauen, empfiehlt Stripe, auf invoice.created zu reagieren und nicht nur auf invoice.finalized. So können Sie eine Rechnung noch korrigieren, bevor sie endgültig ist.
Häufige Fragen
Darf ich 2026 weiter das PDF von Stripe verschicken?
Ja, während der Übergangsregelung, sofern Ihr Kunde dem Empfang von PDFs zustimmt. Ab 2027 bzw. 2028, je nach Umsatz, gilt ein reines PDF im inländischen B2B-Verkehr nicht mehr als Rechnung.
Muss ich meinen deutschen Kunden E-Rechnungen schicken, wenn mein Unternehmen in den Niederlanden sitzt?
Nicht nach der deutschen Pflicht, denn die gilt nur für in Deutschland ansässige Verkäufer. Prüfen Sie die Regeln Ihres eigenen Landes. Grenzüberschreitende E-Rechnungen innerhalb der EU sind mit dem ViDA-Paket der EU ab 2030 geplant.
Ist ZUGFeRD oder XRechnung besser?
Beide zählen. ZUGFeRD behält ein lesbares PDF, was viele kleinere Kunden bevorzugen. XRechnung erwarten Behörden und manche größeren Rechnungsempfänger. Mehr dazu in XRechnung oder ZUGFeRD?
Was evoicely dabei übernimmt
evoicely erledigt die Schritte 2–5 automatisch für jede Stripe-Rechnung und -Gutschrift: standardmäßig ZUGFeRD (EN 16931), XRechnung wo nötig, mit einem Prüfbericht für jede Datei. Jetzt starten, kostenlos für 10 E-Rechnungen im Monat.
Dies sind allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, was für Ihr Unternehmen gilt.