Kann Stripe E-Rechnungen erstellen?
Von evoicely · Zuletzt geprüft am 20. Oktober 2026
Nicht von sich aus. Laut Stripe-Dokumentation erzeugt Stripe Invoicing Rechnungsdatensätze und stellt die Rechnungsdaten über API und Webhooks bereit, erstellt oder übermittelt aber selbst keine rechtskonformen E-Rechnungsdateien. Wer eine E-Rechnungspflicht erfüllen muss, installiert dafür eine E-Rechnungs-App aus dem Stripe App Marketplace oder bindet einen E-Rechnungsanbieter über Webhooks an. (Stripe-Dokumentation: E-Invoicing)
Warum ein Stripe-PDF keine E-Rechnung ist
Eine E-Rechnung ist eine strukturierte, maschinenlesbare Datei, meist XML in einer von zwei Syntaxen (UBL oder CII), die der europäischen Norm EN 16931 und einem nationalen Regelwerk oder dem eines Netzwerks folgt. Die Software des Rechnungsempfängers verarbeitet sie automatisch. Ein PDF ist dagegen nur das Abbild einer Rechnung, keine strukturierten Daten, auch wenn Stripe es erzeugt und automatisch per E-Mail verschickt.
Diese Formate begegnen Stripe-Nutzern am häufigsten:
- Deutschland: XRechnung (reines XML) oder ZUGFeRD, ein PDF/A-3 mit eingebettetem XML, mindestens im Profil BASIC (empfohlen ist EN 16931); mehr dazu in ZUGFeRD-Profile erklärt.
- Belgien: Peppol BIS Billing 3.0 (UBL), versendet über das Peppol-Netzwerk.
- Frankreich: Factur-X, UBL oder CII, versendet über eine zugelassene Plattform.
Welches der beiden deutschen Formate Ihre Kunden brauchen, lesen Sie in XRechnung oder ZUGFeRD?
Ab wann das relevant wird
- Deutschland: Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Für das Ausstellen inländischer B2B-Rechnungen gelten Übergangsregeln bis Ende 2026, bei einem Vorjahresumsatz bis 800.000 € bis Ende 2027. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind vom Ausstellen ausgenommen. (FAQ des BMF zur E-Rechnung) Den vollständigen Zeitplan mit Ausnahmen finden Sie unter E-Rechnungspflicht in Deutschland.
- Belgien: Seit dem 1. Januar 2026 müssen Rechnungen zwischen belgischen umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen strukturierte E-Rechnungen sein, grundsätzlich versendet über Peppol. (einvoice.belgium.be)
- Frankreich: Seit dem 1. September 2026 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können, große und mittelgroße Unternehmen müssen sie auch ausstellen. Kleine und Kleinstunternehmen müssen sie ab dem 1. September 2027 ausstellen, immer über eine zugelassene Plattform (PA). (impots.gouv.fr, fiche 1)
Die Pflichten betreffen inländische B2B-Rechnungen. Rechnungen an Verbraucher sind nicht erfasst.
Ihre Möglichkeiten als Stripe-Nutzer
1. Eine App aus dem Stripe App Marketplace
Stripe nennt Billit seinen bevorzugten E-Rechnungspartner („preferred e-invoicing partner“). Im Stripe App Marketplace finden Sie außerdem weitere E-Rechnungs-Apps, die jeweils andere Länder und Formate abdecken. Eine solche App liest Ihre Stripe-Rechnungen und übernimmt Umwandlung und Versand. Prüfen Sie beim Vergleich:
- Welche Formate und Profile erzeugt sie? In Deutschland gelten ZUGFeRD MINIMUM und BASIC WL nicht als E-Rechnung.
- Unterstützt sie Gutschriften (Credit Notes)?
- Deckt sie einmalige Verkäufe über Checkout und Payment Links ab? Dafür gibt es keine Stripe-Rechnung, solange Sie die Rechnungserstellung nicht aktivieren.
- Woher bekommt sie die Kennungen Ihrer Kunden, etwa die Peppol-ID oder die Leitweg-ID (mehr zur Leitweg-ID)?
- Können Sie das XML und einen Prüfbericht herunterladen?
- Wo werden die Daten gespeichert?
2. Selbst bauen mit Webhooks
Stripe beschreibt den Ablauf so:
- Auf Rechnungsereignisse reagieren. Stripe empfiehlt
invoice.created, weil sich eine finalisierte Rechnung nicht mehr ändern lässt, falls die Übermittlung abgelehnt wird.invoice.finalizedfunktioniert ebenfalls. - Das vollständige Invoice-Objekt abrufen.
- Die Felder auf das Format Ihres Anbieters abbilden.
- Die Rechnung übermitteln.
- Bestätigung und Zustellstatus speichern.
Die USt-IdNr. Ihrer Kunden gehört in die tax_ids des Customers. Für Peppol-Teilnehmer-IDs hat Stripe kein eigenes Feld und schlägt vor, sie in den Metadaten des Customers abzulegen, etwa unter peppol_participant_id. Dasselbe gilt für die Leitweg-ID öffentlicher Auftraggeber.
Der Webhook ist selten das Problem. Aufwendig sind:
- Rabatte, Steuern und Rundungen aus Stripe so abzubilden, dass die Geschäftsregeln der EN 16931 aufgehen,
- Gutschriften,
- die Prüfung gegen die offiziellen Regelwerke (KoSIT-Validator für XRechnung, die Peppol-BIS-Schematrons),
- asynchrone Ablehnungen,
- die Archivierung der Dateien.
3. Die Rechnungsstellung woanders hin verlagern
Manche Abrechnungs- und Buchhaltungsprogramme erzeugen E-Rechnungen selbst. Ein Umzug bedeutet aber, Abonnements zu migrieren oder Rechnungen doppelt zu führen. Für ein Unternehmen, das mit Stripe Billing zufrieden ist, ist das ein großer Schritt.
Baut Stripe das selbst?
In seinen Ankündigungen zur Sessions 2026 führt Stripe auf der Roadmap von Stripe Tax eine „vollständig integrierte Lösung von Stripe und Billit“ für E-Invoicing und E-Reporting. Das deutet auf eine Integration mit einem Partner hin, nicht darauf, dass Stripe die Dateien selbst erzeugt. Stripe weist darauf hin, dass Roadmap-Einträge keine Zusagen sind. Stand Oktober 2026 beschreibt Stripes Dokumentation Billit weiterhin als separate Marketplace-App. (Stripe-Blog)
Was evoicely dabei übernimmt
evoicely ist ein Self-Service-Dienst, den Sie mit Ihrem Stripe-Konto verbinden, gedacht für Entwickler und kleine B2B-SaaS-Unternehmen.
- Formate: ZUGFeRD (EN 16931) und XRechnung für Deutschland sowie Peppol BIS 3.0 für Belgien, versendet über Peppol.
- Prüfung: Jede Datei wird mit den offiziellen Validatoren geprüft, und Sie erhalten den Prüfbericht.
- Gutschriften: von Anfang an unterstützt.
- Frankreich: evoicely ist keine zugelassene Plattform (PA); der Versand über eine PA ist geplant.
Für Deutschland (ZUGFeRD und XRechnung) und Belgien (Peppol) ist evoicely bereits verfügbar. Jetzt starten, kostenlos für 10 E-Rechnungen im Monat.
Dies sind allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, was für Ihr Unternehmen gilt.