ZUGFeRD-Profile erklärt: warum MINIMUM und BASIC WL in Deutschland nicht zählen
Von evoicely · Zuletzt geprüft am 20. Oktober 2026
Eine ZUGFeRD-Datei ist in Deutschland nur dann eine E-Rechnung, wenn sie mindestens das Profil BASIC verwendet. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) erkennt ZUGFeRD ab Version 2.0.1 an, ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC WL. Diese beiden enthalten keine vollständige Rechnung als strukturierte Daten. Wenn Sie unsicher sind, welches Profil Sie verwenden sollen, nehmen Sie EN 16931 (früher COMFORT). Es enthält alles, was die europäische Norm vorsieht, und nichts darüber hinaus.
Die sechs Profile im Überblick
Die Spezifikation definiert fünf Profile, von denen jedes das vorherige enthält, dazu das Referenzprofil XRECHNUNG für Deutschland.
Welches Profil eine Datei verwendet, steht im eingebetteten XML als Spezifikationskennung (Geschäftsbegriff BT-24, Element ram:GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter/ram:ID).
| Profil | Inhalt | Spezifikationskennung (BT-24) | E-Rechnung in DE? |
|---|---|---|---|
| MINIMUM | Das Nötigste: Käufer und Verkäufer, Gesamtrechnungsbetrag und Gesamtumsatzsteuer. Keine Rechnungspositionen, keine Aufschlüsselung der Umsatzsteuer. | urn:factur-x.eu:1p0:minimum | Nein |
| BASIC WL | MINIMUM plus alle Angaben auf Dokumentebene, die zum Buchen der Rechnung nötig sind. „WL“ steht für „without lines“, also ohne Positionen. | urn:factur-x.eu:1p0:basicwl | Nein |
| BASIC | BASIC WL plus einfache Rechnungspositionen. Eine Untermenge der EN 16931, die alle ihre Geschäftsregeln einhält. | urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:factur-x.eu:1p0:basic | Ja |
| EN 16931 (COMFORT) | Alles, was die EN 16931 definiert, einschließlich optionaler und bedingter Felder. | urn:cen.eu:en16931:2017 | Ja |
| EXTENDED | EN 16931 plus Zusatzdaten für komplexere Fälle, etwa mehrere Lieferungen oder Lieferorte auf einer Rechnung oder weitere Angaben auf Positionsebene. | urn:cen.eu:en16931:2017#conformant#urn:factur-x.eu:1p0:extended | Ja |
| XRECHNUNG | Die Regeln der deutschen XRechnung, eingebettet in ein ZUGFeRD-PDF. Für den Inhalt ist die KoSIT verantwortlich. | urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xeinkauf.de:kosit:xrechnung_3.0 | Ja |
Quellen: Profilbeschreibungen und die Einstufung nach UStG aus den ZUGFeRD-FAQ des FeRD,
Spezifikationskennungen aus der gemeinsamen Factur-X/ZUGFeRD-Spezifikation (FNFE-MPE und FeRD; Download bei FeRD oder FNFE-MPE).
Die Kennung des Profils XRECHNUNG stammt aus der Spezifikation XRechnung 3.0.2 (KoSIT).
Dieselben Werte stehen in der Profilliste des Mustang-Projekts, einer quelloffenen ZUGFeRD-Bibliothek mit Validator.
In den XMP-Metadaten des PDFs erscheint das Profil noch einmal als fx:ConformanceLevel, mit Klartextnamen wie EN 16931.
Warum MINIMUM und BASIC WL nicht zählen
Seit 2025 muss eine E-Rechnung in Deutschland der Normenreihe EN 16931 entsprechen oder einem Format, das Rechnungsaussteller und Rechnungsempfänger vereinbart haben (§ 14 Abs. 1 Satz 6 UStG). Der Umsatzsteuer-Anwendungserlass formuliert es in Abschnitt 14.1 Abs. 14 so: „Beispielsweise das hybride Format ZUGFeRD ab der Version 2.0.1 – ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC-WL – beruht auf der Normenreihe EN 16931 und fällt somit unter die zulässigen E-Rechnungs-Formate.“ (BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025) Die FAQ des BMF zur E-Rechnung (Frage 7) sagen dasselbe.
Den Grund nennt der FeRD: BASIC WL enthält keine Rechnungspositionen und kann deshalb keine UStG-konforme Rechnung abbilden. MINIMUM enthält noch weniger. Beide sind laut FeRD nur eine „Buchungshilfe“ und in Deutschland nach UStG nicht als vollständige Rechnung anerkannt (ZUGFeRD-FAQ). Ein PDF mit einem dieser Profile ist damit keine E-Rechnung, sondern steht einer gewöhnlichen PDF-Rechnung gleich, also der Art von Rechnung, die im inländischen B2B-Verkehr nach dem Ende der Übergangsregelung nicht mehr genügt (siehe E-Rechnungspflicht in Deutschland).
BASIC, EN 16931 oder EXTENDED?
- BASIC hält alle Regeln der EN 16931 ein, lässt aber einen Teil ihrer optionalen Felder weg: eine kleinere Datei mit demselben Kern. Der FeRD sieht es für einfache Rechnungen vor.
- EN 16931 bildet die Norm vollständig ab, optionale Felder eingeschlossen, und nichts darüber hinaus. Der FeRD empfiehlt dieses Profil für EU-konforme E-Rechnungen; es ist die sichere Standardwahl.
- EXTENDED ergänzt Daten, die die EN 16931 nicht definiert. Die Spezifikation bezeichnet es deshalb als „conformant“ statt „compliant“: Es erweitert die Norm um Angaben und Codewerte, die sie nicht kennt. Nutzen Sie es nur, wenn ein Kunde diese Daten ausdrücklich braucht.
Laut FeRD sind Empfang und Verarbeitung beim Käufer für EN 16931 und XRECHNUNG Pflicht, für BASIC und EXTENDED eine Frage der Vereinbarung zwischen beiden Seiten (ZUGFeRD-FAQ). Auch das spricht für EN 16931.
Das Profil XRECHNUNG
ZUGFeRD kann auch eine XRechnung transportieren: ein PDF, dessen eingebettetes XML den deutschen XRechnung-Regeln folgt, etwa der Pflicht zur Käuferreferenz (BT-10, wo die Leitweg-ID steht). Dabei ist nur die CII-Syntax zulässig.
Laut FeRD heißt die eingebettete Datei bei den regulären Profilen factur-x.xml und bei diesem xrechnung.xml, und jedes PDF darf nur eine davon enthalten
(ZUGFeRD-FAQ).
Manche Rechnungsempfänger, vor allem Behörden, erwarten stattdessen eine reine XRechnung als XML-Datei. Klären Sie deshalb vor dem Versand, was der Empfänger annimmt.
ZUGFeRD und Factur-X sind dasselbe Format
ZUGFeRD ist der deutsche Name, Factur-X der französische. Der FeRD und das französische FNFE-MPE veröffentlichen eine gemeinsame Spezifikation, und laut FNFE-MPE sind beide technisch identisch („Technically, both Factur-X and ZUGFeRD are identical“). Die aktuelle gemeinsame Fassung ist Factur-X 1.09.2 / ZUGFeRD 2.5.2 vom 4. August 2026 (FNFE-MPE, FeRD). Die Versionsnummern unterscheiden sich, die Profilnamen und Kennungen aus der Tabelle oben sind aber dieselben.
So erkennen Sie, welches Profil eine Datei verwendet
Am schnellsten: Laden Sie das PDF oder XML in unseren kostenlosen Validator. Er liest BT-24, nennt das Profil, prüft die Datei nach den Regeln der EN 16931 und markiert MINIMUM und BASIC WL.
Von Hand extrahieren Sie das eingebettete XML aus dem PDF und schauen sich den Anfang des Dokuments an. Dieser Auszug stammt aus einer EN-16931-Datei, die der Konverter von evoicely aus fiktiven Daten erzeugt hat. Die vollständige Datei besteht die Prüfung nach den Regeln der EN 16931.
Die Kommentare <!-- --> haben wir für diese Seite ergänzt.
<rsm:CrossIndustryInvoice xmlns:rsm="urn:un:unece:uncefact:data:standard:CrossIndustryInvoice:100" ...>
<rsm:ExchangedDocumentContext>
<ram:BusinessProcessSpecifiedDocumentContextParameter> <!-- BT-23: Geschäftsprozess -->
<ram:ID>urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:01:1.0</ram:ID>
</ram:BusinessProcessSpecifiedDocumentContextParameter>
<ram:GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter> <!-- BT-24: das Profil -->
<ram:ID>urn:cen.eu:en16931:2017</ram:ID>
</ram:GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter>
</rsm:ExchangedDocumentContext>
...
Steht in BT-24 minimum oder basicwl, bitten Sie den Absender um eine neue Rechnung mit einem zulässigen Profil.
Die XMP-Metadaten des PDFs sollten dasselbe Profil nennen.
Weitere Leitfäden
- XRechnung oder ZUGFeRD?: welches Format Sie senden sollten.
- E-Rechnungspflicht in Deutschland für Stripe-Nutzer: wer ab wann E-Rechnungen ausstellen muss.
- Leitweg-ID: Aufbau, Prüfziffer und wie sie auf eine Stripe-Rechnung kommt.
- Eine Stripe-Rechnung auf die EN 16931 abbilden (auf Englisch): die Felder hinter einer EN-16931-Datei.
Was evoicely dabei übernimmt
evoicely macht aus Ihren Stripe-Rechnungen ZUGFeRD-Dateien im Profil EN 16931: ein für Menschen lesbares PDF/A-3 mit eingebettetem factur-x.xml, geprüft mit dem Mustang-Validator. XRechnung ist ebenfalls enthalten. MINIMUM, BASIC WL oder EXTENDED erzeugt es nicht. Jetzt starten, kostenlos für 10 E-Rechnungen im Monat.
Dies sind allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, was für Ihr Unternehmen gilt.